Karate - Die Kunst der leeren Hand

Eine japanische Kampfkunst mit Tradition

Karate (jap. 空手) ist eine japanische Kampfkunst, bei der man lernt, seine Hände und Füße als Waffen zur Verteidigung zu gebrauchen. Der Zweck des Karate-dô liegt aber nicht in der Anwendung dieser Waffen, sondern in der Gesunderhaltung und Persönlichkeitsbildung. Der Gebrauch von Karate-Techniken zur Selbstverteidigung ist immer das letzte Mittel! Eine wichtige Regel im Karate ist: „karate ni sente nashi“  空手に先手無し 。„Im Karate gibt es keinen ersten Angriff“

Entwickelt wurde diese Kampfkunst ursprünglich auf den Ryukyu Inseln (Okinawa) im Ostchinesischen Meer (Pazifischer Ozean). Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde Karate immer Geheim trainiert und ausschließlich von Meister zu Schüler weitergegeben. Seit 1875 gehört Okinawa offiziell zu Japan. Verschiedene Meister öffneten sich und brachten das Karate auf die Hauptinsel nach Japan. Das japanische Karate wie wir es heute kennen wird in vier große Stile unterteilt: Shôtôkan, Gôjû Ryû, Wadô Ryû und Shitô Ryû.

Der Begriff Karate wird heute als "leere Hand" übersetzt. Fälschlicher Weise wird oft erklärt, dass diese Übersetzung bedeutet das man Karate grundsätzlich ohne Waffen ausübt - dies ist allerdings historisch gesehen ein Irrtum. Der Begriff "leer" steht für einen "leeren Geist" also dem Umstand das man während des Karatetrainings im besten Fall an nichts denkt. Deshalb spricht man beim Karate auch gerne von "Zen in der Bewegung".

Ursprünglich wurden allerdings andere Schriftzeichen verwendet. Bis in die 1930er-Jahre hinein war die Schreibweise 唐手 gebräuchlich - übersetzt bedeutet dies "Hand der Tang" was soviel wie Hand aus China oder Chinahand bedeutete. Im zuge der Japanisierung und dem aufkeimenden japanischen Nationalismus wurden die Schriftzeichen von Meister Gichin Funakoshi in die heutige Schreibweise 空手 verändert.

 

Shôtôkan

Einer der zuvor erwähnten Meister war Gichin Funakoshi ein Grundschul-Lehrer aus Okinawa. Er gilt heute als „Vater“ des japanischen Karate. Aus seiner Lehre entwickelte sich der Shôtôkan-Stil – die am weitesten verbreitete Stilrichtung im Karate-dō. Hauptmerkmal des Shōtōkan-Stils ist der Kampf in einer möglichst weiten Distanz zum Gegner, trotz dessen werden Techniken des Nahkampfes und für die Selbstverteidigung nicht vernachlässigt. Der Tiger gilt als Symbol des Shôtôkan-Karate.

Karateanzug & Graduierungssystem

Das Fundament des Karate Training basiert auf Grundschule (Kihon), Kata (Form) und Kumite (Kampfübungen). Beim Karate Training tragen alle einen weißen Karateanzug und farbige Gürtel, die Auskunft über den Fortschritt des Einzelnen geben. Der Dan (schwarze Gürtel - japanisch Kuro Obi) bildet den Abschluss der Ausbildung als Karateschüler.

Das Karateka heute spezielle Karateanzüge und farbige Gürtel tragen ist erst später entstanden. Auf Okinawa wurde in robuster Alltagskleidung oder kurzen Hosen und freien Oberkörper trainiert. Ebenso gab es zur damaligen Zeit noch kein Graduierungssystem. Der Karate-Meister kannte den jeweiligen Fortschritt seines Schülers ohnehin. Die Einführung einheitlicher Trainingskleidung und eines Graduierungssystems erfolgte erst nach Gichin Funakoshi´s Begegnung mit dem Begründer des Judo Meister Kano Jigrô.

Die Einführung einheitlicher Kleidung und eines Graduierungssystems ist im Kontext der japanischen Kultur zu verstehen. In Japan gab es aufgrund des Samurai-Standes viele Jahrhunderte große Klassenunterschiede. Somit ist die „Uniformierung“ ein Mittel um innerhalb einer Kampfkunstschule trotz Klassenunterschiede miteinander trainieren zu können. Dieser Umstand ermöglicht es bis heute, dass auf der ganzen Welt gemeinsam Karate geübt wird. Ganz egal welche Hautfarbe, Herkunft oder Religion man hat.

Die Graduierung durch farbige Gürtel wurde aus dem Judo übernommen. Sie zeigt die jeweilige Stufe und Fortschritt eines Karateschülers an. Zum Erlangen einer neuen Gürtelfarbe werden Prüfungen nach einem festen Programm und einer Wartezeit abgelegt. In unserer Karateschule haben wir das reguläre Prüfungsprogamm erweitert damit Kinder besser von Prüfungen profitieren können. Durch das von uns und der IJKA speziell entwickelte, Prüfungssystem ist es auch den Kleinsten möglich, regelmäßig eine Gürtelprüfung abzulegen. Die dabei gemachten Erfolgserlebnisse stärken das Selbstbewusstsein und können späteren Prüfungsängsten entgegenwirken.